// aufgelesen 01. 10/26 – „mein leben als noiseband“

mit dem Werk „Mein Leben als Noiseband“ von Clemens J. Setz. // Wer es gerne kurz und knackig mag, der kommt am aktuellen Werk von Clemens J. Setz nicht vorbei. In „Mein Leben als Noiseband“ macht der sich nämlich daran, 19 Kurzgeschichten aus dem Ärmel zu schütteln, die sich allesamt mit Außenseitern oder Einzelkämpfern auseinander […]

mit dem Werk „Mein Leben als Noiseband“ von Clemens J. Setz.

// Wer es gerne kurz und knackig mag, der kommt am aktuellen Werk von Clemens J. Setz nicht vorbei. In „Mein Leben als Noiseband“ macht der sich nämlich daran, 19 Kurzgeschichten aus dem Ärmel zu schütteln, die sich allesamt mit Außenseitern oder Einzelkämpfern auseinander setzen. Es geht um Existenzen, die aus der Rolle fallen und gerade deshalb etwas ganz besonderes sind. In der Hauptgeschichte dreht sich dabei alles um einen gewissen Paul, der seinen Gefühlen am Liebsten mit einer ordentlichen Portion Lärm begegnet. Während er sich zunehmend aus dem Alltag verabschiedet, lernt er eines Tages Annika kennen, die seine Vorliebe für lärmende Noise-Klänge teilt. Als die Beiden zusammen ein Kind bekommen, steht er vor der Frage, ob er fortan seinen Lebensunterhalt weiter mit der Kunst bestreiten möchte, oder lieber einer regulären Tätigkeit nachgeht. Sein Bandkollege Mark wiederum verschwindet währenddessen spurlos.

Clemens J. Setz schenkt dabei seinen Charakteren immer die Aufmerksamkeit die sie verdienen. Setzt sich intensiv mit ihren Gefühlen auseinander und entwickelt auf diese Weise ein Mosaik aus besonderen Biografien, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Der in Graz geborene Schriftsteller, der neben zahlreichen weiteren Preisen unter anderem auch den „Preis der Leipziger Buchmesse“ im Jahre 2011 abräumte, schafft es uns auf eine spannende Reise mitzunehmen. Welches Leben verläuft heutzutage schließlich noch schlicht linear. Dabei dekliniert er auch die Schattenseiten der Gegenwart durch. Zunehmende Isolation durch Social Media. Selbstverletzendes Verhalten. Kinder in diese Welt setzen. Ja oder nein? Es geht um existenzielles, aber auch um das Unnormale in unserem Alltag und man verliert sich in diesen kleinen Episoden, die zusammen ein packendes Gesamtbild ergeben. Wenn du also mal wieder ein Buch lesen möchtest, das die Gefühle der Menschen von innen nach außen transferiert und dabei nicht die üblichen Klischee-Fallen bedient, dann lass dich ein auf dieses ebenso wunderbare wie sonderbare Werk. Du wirst es ganz sicher nicht bereuen. Bis zu unserer nächsten Leserunde.