mit den Werken „Wir haben keine Antimemetik-Abteilung“ von Sam Hughes und „Die Reise nach Pandora“ von Frank Herbert.

// Sam Hughes hat mit seinem Werk „Wir haben keine Antimemetik-Abteilung“ etwas geschafft, was nicht vielen Schriftstellern gelingt. Er hat in einem Genre, von den man dachte, man hätte das meiste schon mehrmals durchdekliniert, einen rundum neuen Ansatz für ein Werk gewählt und zieht einen dabei rein in eine fantastische Welt, in der nichts so ist, wie es scheint. Der etwas sperrige Titel sollte dabei nicht darüber hinweg täuschen, dass man es hier mit nichts weniger, als einem Werk zu tun hat, das innerhalb kürzester Zeit Kultstatus erreichte und wenn man es liest, weiß man schon nach wenigen Seiten, warum das so iust. Der Autor schafft es nämlich seine Protagonisten fortwährend im Unklaren darüber zu lassen, woran sie arbeiten. Der Titel gibt dabei die Richtung vor. Ein Antimem ist im Grunde eine Idee, die in dem Momente, indem sie jemand teilt, verschlüsselt wird oder sich selbst löscht. Sie arbeiten also an etwas in dieser Abteilung für Anomalien, sie können es auch ansehen, sie können sich ihm nähern, aber jedes Mal, wenn sie anschließend versuchen, es wieder zu fassen zu bekommen, entschwindet es aus ihrem Verstand.
Man begibt sich also mit den Personen in diesem Buch auf Schnitzeljagd, doch jedes Mal, wenn man dem Ziel näher zu kommen scheint, entpuppt sich der Weg dorthin als Falle, die dafür sorgt, dass man eigentlich nur wieder rausmöchte aus diesem Wahnsinn. Der Clou ist nämlich. Es frisst nicht nur die eigenen Erinnerungen auf, sondern auch die aller Beteiligten. Im Zweifelsfall beseitigt es sogar Menschen, die nach ihm suchen, um seinen wahren Kern zu schützen und man weiß sehr schnell in diesem Buch, dass diese Verschleierungstaktik mit jeder Menge Verlusten einherging in der Vergangenheit. Die Abteilung ist nämlich zunehmend geschrumpft. Über die letzten Jahre. Man weiß nur nicht warum. Man weiß auch nicht, wer die Menschen waren, die verschwunden sind. Aber die Lücken, die sind da und je mehr man ihnen auf die Spur zu kommen erscheint, umso mehr setzt sich eben jener Mechanismus wieder in Gang, der alles auslöscht. Wie also vorgehen? Wem vertrauen? Hughes schafft mit diesem Buch etwas Einzigartiges. Er lässt seine Leser im Dunkeln tappen. Gibt Hinweise. Warnt. Und doch siegt nicht nur bei den Lesern, sondern auch bei seinen Charakteren die Neugier. Sie sind in gewisser Weise verdammt. Sie drohen zu verschwinden. Oder gibt es doch ein Lösung? Aber wie fängt man denn nun ein Objekt, das sich aus dem eigenen Erinnerungsvermögen schleicht, sobald man den Raum wieder verlässt. Sam Hughes hat da eine Idee. Und ihr solltet sie euch zu Gemüte führen. Ich garantiere euch nämlich, dass ihr schon lange kein faszinierenderes Buch mehr gelesen habt, als dieses. Wobei… von welchem Buch rede ich eigentlich und warum möchte ich plötzlich „Climbing Up The Walls“ von Radiohead immer und immer wieder hören?

Wer jetzt noch nicht genug hat und an den letzten „Dune“-Streifen seine helle Freude hatte, der kann übrigens in diesen Tagen ein neues Kapitel von Frank Herberts fantastischen Werken mit nach Hause nehmen. Die Rede ist vom ersten Band des sogenannten „Pandora“-Zyklusses und der hat es in sich. „Die Reise nach Pandora“ ist neben dem Wüstenplaneten der zweite große Kosmos des Autoren. Darin macht sich die Menschheit daran das all zu erobern und steigt an Bord von riesigen Raumschiffen, wo sich alle Beteiligten erstmal in einen Költeschlaf transferieren lassen. Lediglich ein paar Wissenschaftler sind mit dabei, um die Situation an Board zu beobachten und im Zweifelsfall zu reagieren. Als allerdings hinter dem Pluto auf einmal die Gehirne der Menschen an Bord zu sterben zu scheinen, muss die Crew schnell reagieren. Zurückkehren ist keine Option, also müssen sie eine KI entickeln, die das Ganze für sie löst. Ob es ihnen gelingt? Lass dich ein auf diese spannende Reise in die Zukunft, einem zur Erstveröffentlichung noch einer der ersten KI-Werke überhaupt, von einem der begnadetsten Literaten der Sci-Fi-Welt. Hier steckt so viel drin, was uns die Augen für unsere Zukunft öffnet, dass man diese Werke am Liebsten in jeder gut-sortierten Bibliothek ganz vorne plazieren würde. Verdient hätten sie es. Und damit genug von fremden Welten für heute. Bis zu unserer nächsten Leserunde.
UND WAS NUN?