mit der neuen Vinyl-LP von Gracie Abrams.

// Es ist mal wieder so weit. Jede Generation verlangt nach neuen Held*innen und Gracie Abrams ist definitiv eine davon. Sie schafft es nämlich zahlreichen Menschen aus dem Herz zu sprechen mit ihrer Musik und das ganze auch noch in formvollendet Pop-Melodien zu gießen. Ihr drittes Album mit dem schicken Titel Daughter From Hell will dabei eigentlich genau das Gegenteil, als es der Titel vermuten lässt. Es will sich gar nicht wehren gegen die popkulturellen Einflüsse, die uns alle umgeben, sondern in sie eintauchen. Die Musikerin aus Amerika sucht spürbar die Nähe zum ganz großen Pop und wirkt dabei doch wie eine Person, die ihre Hoffnungen, aber auch Zweifel in glitzernde Perlen verwandelt. Nach ihrem Überwerk The Secret Of Us setzt Abrams den darauf eingeschlagenen Weg selbstsicher fort. Sie möchte aufbrechen in eine neue Welt und es gelingt ihr in Ansätzen auch ganz hervorragend.
Manch einer wird vielleicht den Indie-Pop der Anfangstage ein bisschen vermissen, aber auch hier finden sich eben jene bezaubernden Momente, die aber mitunter noch ein bisschen mehr in Richtung Popmusik schielen. Dazu gesellt sich ein bisschen Folk, ein sanftes Klavierspiel, hin und wieder auch ein Synthesizer und so gerät Daughter From Hell überraschend abwechslungsreich. Zusammen mit Aaron Dessner schaft sie es ihre Stimme noch ein bisschen mehr in den Mittelpunkt zu rücken und die Musik im Hintergrund subtiler wirken zu lassen. Fast beiläufig läuft dieses Album neben einem her, bis es einen im richtigen Moment dann eben doch fest an der Hand packt und zum Tanzen auffordert. Die Scheibe selbst wiederum biegt dabei im hochwertigen Gatefold-Artwork um die Ecke. Alles wirkt perfekt aufeinander abgestimmt und der Klang ist ebenfalls fantastisch. Die persönlichen Lyrics haften, ohne zu verkleben. Die Atmosphäre ist trotz der Stilvielfalt stimmig. Und man könnte ewig so weiterlaufen. Hand in Hand mit diesem Werk. In die Nacht hinein… ein wirklich schöner Gedanke.
UND WAS NUN?