mit dem Werken „Biomega“ (Master Edition 1) und „Tower Dungeon“ von Tsutomi Nihei.

// Heute widmen wir uns mal ausführlicher dem Schaffen von Tsutomu Nihei. Der biegt nämlich via „Manga Cult“ in diesen Tagen mit gleich zwei Werken um die Ecke, die uns ein Tor zur Zukunft weit aufschlagen. In „Biomega“, das in einem edelen Hardcover-Band erscheint, finden wir uns im Jahre 3005 wieder. Es gab einen tödlichen Virus namens N5S, der die meisten Menschen infiziert hat und alle Betroffenen in ihrer geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit einschränkt. Die Szenerie bietet uns ein komplexes System aus futuristischen Städten, die schon alleine das Eintrittsgeld wert sind. Im Mittelpunkt der Geschichte steht dabei ein gewisser Zoichi Kanoe. Er ist ein Agent, der synthetisch geschaffen wurde und auf einem Motorrad durch diese packende Welt reitet. Er muss eine gewisse Ion Green finden, eine Frau der gegen den Virus immun zu sein scheint und der damit die letzte Hoffnung der Menschheit sein könnte.
Auf seiner Suche begegnet er jeder Menge Cyborgs und Wesen, die direkt der Hölle entschritten zu sein scheinen. Der Manga legt dabei wie alle Werke von Nihei sehr viel Wert auf eine dunkle Atomsphäre, die einen sofort in ihren Bann zieht. Die nun vorliegende „Master Edition“ werdet das Werk nochmal immens auf und schafft es die bizarren Wesen und verlassen Städte in einem völlig neuen Licht erscheinen zu lassen.

Und schubst uns damit direkt rüber zu seinem Werk „Tower Dungeon“, dessen erster Teil nun ebenfalls auch hierzulande in den Handel kommt. Wir sehen uns hier weniger mit einer futuristischen Welt, sondern mit einer Fantasy-Szenerie konfrontiert. Überall streunen Ritter und Magier herum und man selbst landet sofort mittendrin in der Geschichte die sich um einen bösen Zauberer dreht, der die werte Prinzessin entführt, nachdem er vorher noch schnell den König des Reiches beseitigt. Anschließend verschanzt er sich in einem riesigen Bau, genannte den „Drachenturm“, der irgendwann einmal vom Himmel gefallen sein soll. Hier kommt nun unser Protagonist Yuva ins Spiel, seines Zeichens eigentlich ein einfacher Bauernjunge, der sich bisher nicht unbedingt als Held angeboten hat. Er wird zum Militärdienst eingezogen, weil dringend Leute gebraucht werden und soll dann gemeinsam mit den anderen Kämpfern in die Festung eindringen. Der Turm selbst hat allerdings nicht nur 100 Stockwerke, sondern ist auch eine Art riesiges Labyrinth, das nur so strotzt vor fiesen Gegnern. Hier wechselt der Autor immer wieder gekonnt in eine Art „Dungeon“-Szenerie, die aber sehr viel mehr bietet als plumpe Unterhaltung. Anfangs denkt man noch, die Figuren schlagen sich einfach von Ebene zu Ebene durch, aber dann wird die Handlung zunehmend tiefsinniger und die Figuren bekommen Facetten, mit denen man nicht unbedingt rechnen konnte. Sowohl in „Biomega“, als auch in „Tower Dungeon“, so unterschiedlich sie auf den ersten Blick wirken, wird eine tiefere Ebene geschaffen, die einen mitreißt. Bewies der Autor bereits in der Vergangenheit sein Gespür für packende, optische Szenerien, wie sein Klassiker „Blame!“ eindrucksvoll unter Beweis stellte, möchten wir euch an dieser Stelle noch auf das fantastische „Aposimz“ hinweisen, das vielleicht nicht sein berühmtestes, aber für uns optisch nachvollziehbarstes Werk gewesen ist, weil es die Endzeit-Szenerie so konsequent einfängt. Was unscheinbar beginnt, entwickelt einen Sog, dem man verfällt. Wenn du also nach Mangas suchst, die dir das Tor zu einer faszinierenden Architektur aufstoßen, dann lass dich mitreißen vom Schaffen von Tsutomu Nihei. Du wirst es ganz sicher nicht bereuen.
UND WAS NUN?