// presswerke 03.09/26 – „love“

mit dem neuen Werk „Love“ von Dexys Midnight Runners. // Ob das vielleicht der finale Akt der altehrwürdigen Dexys Midnight Runners ist? Sie würden jedenfalls würdevoll abtreten. Noch dazu unter dem so universellen Banner „Love“, unter welchem sie auch diesmal wieder persönliche Geschichten aus dem Leben von Kevin Rowland zum Besten geben. Was die Band […]

mit dem neuen Werk „Love“ von Dexys Midnight Runners.

// Ob das vielleicht der finale Akt der altehrwürdigen Dexys Midnight Runners ist? Sie würden jedenfalls würdevoll abtreten. Noch dazu unter dem so universellen Banner „Love“, unter welchem sie auch diesmal wieder persönliche Geschichten aus dem Leben von Kevin Rowland zum Besten geben. Was die Band hier vollbringt ist ihr schon in der Vergangenheit immer wieder hervorragend gelungen. Sie vermischen zutiefst persönliches mit poppigen Melodien und erschaffen Songs, die einen so schnell nicht mehr loslassen. Ob Rowland dabei den eigenen Enkelkindern einen Brief schreibt oder sich dem Thema Einwanderung aus Sicht eines Kindes widmet. Alles hier fügt sich auf formvollendete Weise zusammen und wird zu Pop im romantischen Sinne. Das Album heißt also nicht umsonst „Love“. Es ist tatsächlich eine Sammlung voller Liebeslieder, die voraussetzt, dass man bereit ist, sich auf wirklich tiefgreifende Lyrics einzulassen. Dann nämlich wird man belohnt von diesem Werk, das ganz nebenbei das erste seit dem 1985er Langformat „Don’t Stand Me Down“ ist, das unter dem vollen Namen erscheint. Dabei bekommt Rowland nicht nur Unterstützung von Produzent David Holmes, der seit vielen Jahren selbst Fan der Band ist, sondern auch von anderen liebgewonnenen Musikern wie Sean Read, Mike Timothy, Jim Paterson oder Brian Irving.

Zusammen schaffen sie es noch einmal die Essenz dessen heraus zu kitzeln, wofür diese Band seit jeher steht. Dass die Band dabei auf Songs aus drei Jahrzehnten zurückgreift, tut sein Übriges, um sich als Hörer endgültig ins Herz geschlossen zu fühlen. Dass alles so persönlich bei einem ankommt, liegt wahrscheinlich auch daran, das sich das Album wie eine Fortsetzung der im vergangenen Jahr erschienen Biografie des Frontmanns liest. Viele Fans werden das Gefühl haben mit dieser Band selbst älter geworden zu sein. Angefangen im Jahre 1978, als sie Rowland zusammen mit Kevin Archer in Birmingham in England gründete und fortan einen spannenden Mix aus New Wave-Klängen, Soul-Pop und keltischen Klängen in Szene setzte. Getreu dem Bandnamen, der sich auf ein Amphetamin stützt, das damals in der Northern Soul-Szene sehr beliebt gewesen ist, kann man zu dieser Musik tatsächlich die Nacht durchtanzen und weil sich alles irgendwann dem Ende neigt und es neben den glänzenden Hits rund um „Come On Eileen“ auch viele dunkle Tage gab, scheint hier nun alles nochmal zueinander zu finden, was einst so gut funktionierte. Und so ist es nur folgerichtig sich dieses Werk dann auch auf Vinyl zuzulegen. Sich in der Wärme dieser Liebeslieder zu verlieren und die Musik zu genießen. Also viel Spaß dabei. Bis zu unserem nächsten Zuckerbeat.