// aufgelesen 10. 09/26 – „nelka“

mit dem für den Deutschen Buchpreis nominierten Werk „Nelka“ von Svenja Leiber. // Zusammen mit Svenja Leiber wagen wir heute eine kleine Zeitreise ins Jahr 1941. Uns zieht es nach Lembert im Norden. Auf einem Gutshof arbeiten zu dieser Zeit gekidnappte Menschen, eine davon ist die 16-jährige Nelka, die von Soldaten erwischt wird und nach […]

mit dem für den Deutschen Buchpreis nominierten Werk „Nelka“ von Svenja Leiber.

// Zusammen mit Svenja Leiber wagen wir heute eine kleine Zeitreise ins Jahr 1941. Uns zieht es nach Lembert im Norden. Auf einem Gutshof arbeiten zu dieser Zeit gekidnappte Menschen, eine davon ist die 16-jährige Nelka, die von Soldaten erwischt wird und nach Westen verschleppt wird. Weil ihr Vater sie bereits in jungen Jahren im Obstanbau unterrichtete, kennt sie sich aus mit der Materie. Aufgrund ihres breiten Wissensschatzes kann sie sich sogar eine Zeit lang den zudringlichen Forderungen des Gutsverwalters entziehen. Für ihn bildet sie nämlich eine wichtige Stütze, wenn es darum geht die Apfelernte möglichst reichlich ausfallen zu lassen. Dadurch verdient er nach dem Krieg ein Vermögen. Nelka wiederum kehrt nach vielen Jahrzehnten schließlich an den Gutshof zurück, der ihr so viel Leid bescherte. Sie macht es sich zum Ziel, sich endgültig davon zu befreien.

Dabei schafft es dir Autorin ein sehr differenziertes ihrer fantastischen Protagonistin zu zeichnen. Man blickt in Abgründe. Man sieht all dieses Unrecht und es wird spürbar durch Nelkas stellvertretende Geschichte, die auch für so viele andere stehen könnte. Svenja Leiber, selbst in Norddeutschland aufgewachsen und heute in Berlin lebend, schafft es mit ihrem Werk der Sprachlosigkeit eine Stimme zu verleihen. Was unrecht ist, muss benannt werden und durch ihre einzigartige Sprache wundert es auch nicht, dass es die Autorin mit „Nelka“ in diesem Jahr auf die Longlist des Buchpreises schaffte. Verdient hat es dieses so bewegende Buch, das einen in vielerlei Hinsicht die Augen öffnet. In diesem Sinne: unbedingt reinlesen, es lohnt sich. Bis zu unserer nächsten Buchrunde.